Gestern nach dem Fintness-Studio. Die Wege von mir und meiner Frau trennen sich, sie geht Richtung Fahrrad, ich Richtung Auto (ich bin nicht faul, ich fahre nur immer direkt nach der Arbeit zum Sport).
Sie: “Meine Güte, da sind wir heute ja mal vor 20:00 zu Hause!”
Ich: “Da kommt bestimmt noch was dazwischen…”
Was passiert: Ich fahre in die Tiefgarage. Vor mir am Park-/Bezahlautomaten steht bereits ein etwas unglücklich aussehender Mann. “Der Automat hat mein Geld gefressen – ich hab schon mehr ‘reingesteckt, als nötig.” “Ach was?”, sage ich. “Ja”, meint er, “aber Sie können ja gern Ihr Glück versuchen.” Was ich auch tat: Einen Euro sollte ich zahlen, einen Euro steckte ich in den Automaten, einen Euro verschluckte der.
“Ich hab auch schon seit fünf Minuten die Notruftaste am Automaten gedrückt, passiert aber nichts.”, sagt mein Mitgefangener. “Dann rufen Sie doch mal die Notrufnummer an, die da am Automaten steht!”, schlage ich vor. Mein Mitgefangener tut es. “Wir sollen zur Schranke vorfahren, hat er [der Notruf-Mann] vorgeschlagen, dann könnte er sie öffnen und uns ‘raus lassen. Ich hab aber gesagt, dass ich erst mein zuviel gezahltes Geld wiederbekommen will – ich schenke denen doch nichts, und wenn es nur ein Euro ist! Jedenfalls kommt demnächst wer.”
Wir warten. Einer der Security-Männer des Centers erscheint, grüßt und verschwindet wieder. Die haben also nichts mit der Tiefgarage und deren Problemen zu tun. War ja irgendwie klar, schließlich ist die Garage an einen Drittbetreiber verpachtet. Wir warten weiter. Andere Leute erscheinen, wollen bezahlen, suchen sich auf unser Anraten einen anderen Automaten und verlassen die Garage. Wir warten immer noch.
Nach fünfzehn Minuten ruft mein Mitgefangener nochmal beim Notruf an. Ergebnis: “Er ist irgendwo in Berlin, sein Kollege in Neustrelitz. Die können also nicht herkommen, sondern uns nur ‘raus lassen. Wenn wir demnächst hier sind und der Schalter in der Garage besetzt ist können wir uns nochmal nach unserem zu viel bezahlten Geld erkundigen.”
Also fuhren wir – notgedrungen – zur Schranke und verließen die Tiefgarage, nach dem die Notfallstelle diese geöffnet hatte. Für mich ja eigentlich kein Problem – ich hatte nur den geschuldeten, einen Euro bezahlt und lediglich Zeit verloren. Der nette andere Herr hatte jedoch schon zuviel bezahlt.
Und: Es ist ja auch davon auszugehen, dass noch weitere Leute versuchen werden, zu bezahlen, evtl. auch zu viel, und ihr Geld dann weg ist. Ohne, dass jemand kommt und sich darum kümmert. Geschweige denn den Automaten außer Betrieb setzt. Der Zweitautomat steht infrastrukturell betrachtet deutlich ungünstiger, dort bezahlt kaum jemand auf Anhieb.
Fazit: Irgendwie ist es keine gute Idee, eine Tiefgarage an einen Anbieter zu verpachten, dessen Notfallbereitschaft stundenlang entfernt sitzt.
Und es wurde sicher bose nach 20.00Uhr.