Scrum ohne Product Owner?
Freitag 22. Januar 2010 von ReneMT
Völlig überraschend – zumindest für das Team – hat unser Product Owner heute die Firma verlassen. Das ist zunächst ein ziemlicher Schock für alle gewesen, denn seit dem er seine Aufgabe übernommen hat gab es viele, von ihm initiierte, sehr positive Entwicklungen. Diese haben dazu geführt, dass das Team insgesamt deutlich zufriedener und motivierter war und wieder deutlich mehr Spaß an der Arbeit hat.
Abgesehen von den persönlichen Beziehungen stehen wir jetzt auch vor großen Herausforderungen aus Prozesssicht: Wer soll die Rolle des POs nun einnehmen? Ich als Scrum Master darf es nicht – denn ich muss unabhängig bleiben. Eine Alternative wäre, ein Teammitglied in diese Doppelrolle zu befördern. Allerdings ist das unrealistisch, da wir die gesamte Kapazität der Entwickler auch zum Entwickeln brauchen. Dritte Möglichkeit: Eine Team-externe Person, z.B. einer der Geschäftsführer, tritt in die Fußstapfen des POs. Diese Situation hatten wir jedoch, bevor wir diese Position explizit anders besetzt hatten und es war völlig unbefriedigend. Denn Product Owner ist ein Vollzeitjob – und es gibt niemanden in der Firma, der dafür wirklich Zeit hat.
Ich bin gespannt, wie sich diese Situation entwickeln wird und hoffe für das Team und die Firma, dass wir schnell eine probate Lösung finden. Die große Gefahr wird jetzt sein, dass sich Teammitglieder, die vorher schon unzufrieden waren, nun mental von der Firma verabschieden (“innere Kündigung”). Von daher muss ich versuchen, möglichst schnell für alle einen akzeptablen Status quo herzustellen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 22. Januar 2010 um 21:31 und abgelegt unter Scrum. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.