Über meine mobile Retrospektiven-Box hatte ich ja bereits geschrieben. Vervollständigt durch ein Mini-Whiteboard (60 x 45cm) kam diese gestern nun endlich bei der ersten Retrospektive zum Einsatz: Einem Reflection Workshop in einem unserer Entwicklungsteams.
Zur Retrospektive waren nicht nur die Entwickler eingeladen, sondern auch der zuständige Product Manager/Product Owner und Vertreter der QA-Abteilung. Quasi das engere, tägliche Arbeitsumfeld des Teams.
Gleich zu Beginn bekamen alle Anwesenden zwei Karteikarten in die Hand gedrückt: Eine blaue für Dinge, die in der letzten Iteration gut gelaufen sind und so beibehalten werden sollen, sowie eine rote für Probleme. In fünf Minuten Bedenkzeit wurden die Karten beschriftet und an die Tafel gepinnt. Dadurch, dass jeder nur eine Problemkarte hat, wurde eine Fokussierung auf das “dringendste” Problem forciert und die Dauer der Veranstaltung begrenzt. Erfahrungsgemäß ufern Retrospektiven mächtig aus, wenn jeder Teilnehmer sein Feedback uneingeschränkt in die Runde werfen kann. Die Verwendung von Karteikarten und die Beschränkung selbiger ist in sofern – verbunden mit einer ordentlichen Moderation, möglichst durch eine neutrale Person – eine gute Möglichkeit zur Kanalisierung der Ergebnisse.
Nachdem die Karten an der Tafel waren durfte jeder Teilnehmer seine eigenen erläutern. Auch hierbei ist es wieder wichtig, dass der Moderator all zu ausufernde Ausführungen und Diskussionen unterbindet.
Durch die Erläuterungen haben alle Anwesenden in etwa den gleichen Kenntnisstand und bereits etwas Zeit gehabt, über Vorschläge für mögliche Verbesserungen nachzudenken.Diese wurden nun zur Diskussion gestellt und festgehalten. Als letzter Schritt erfolgte eine Gewichtung der Vorschläge durch das Team: Was davon ist wirklich wichtig und realistisch umzusetzen? Was wollen wir in der nächsten Iteration in Angriff nehmen, wer übernimmt welche Aufgabe und bis wann?
Über die so durchgeführte Retrospektive habe ich bereits positives Feedback aus dem Kreis der Teilnehmer bekommen. Weiterhin konnten wir erste Verbesserungen bereits in Angriff nehmen. In der nächsten Woche werden wir den Erfolg der vorgenommenen Änderungen überprüfen. Ich bin gespannt
